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Pallas

"Beat the drum"

Die Ultimative Reviewpage f. Progressive Rock/Metal


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Info

Pallas
"Beat the drum"
1999

Alan Reed - vocals
Niall Mathewson - guitars
Graeme Murray - bass
Ronnie Brown - keyboards
Derek Forman - drums

Prologue / Vorab

12 Jahre lang war es - abgesehen von einigen Liveshows - ziemlich ruhig um die 1974 gegründete Progband Pallas. Mit "Beat the drum" schicken sich die Schotten an, sich wieder in den Köpfen und Ohren der Progrocker zu etablieren.

Tracklist / Die Songs

  1. Call to arms (6:26)
  2. Beat the drum (9:15)
  3. Hide and seek (4:40)
  4. Insomniac (7:40)
  5. All or nothing (4:50)
  6. Spirits (5:41)
  7. Man of principle (5:42)
  8. Ghosts (8:13)
  9. Blood and roses (4:49
  10. Wilderness years (5:59)
  11. Fragments of the sun (8:01)
Gesamtspielzeit / total time: 71:42

Das Album

Der direkte Vergleich mit Bands wie IQ und Arena hinkt sicherlich ein wenig, auch wenn er in der mir vorliegenden Bandinfo angedeutet wird. Pallas spielen melodischen, progressivträchtigen Hardrock. Bei weitem nicht so dramatisch und elegisch, wie IQ, aber auch nicht ganz so neoproggig wie IQ. Bestes Beispiel hierfür ist der Opener Call to me, der vor allem während der Instrumentalpassage zur Songmitte groovenden Progrock bietet, während der restlichen Spieldauer jedoch eher im melodischen Hardrock beheimatet ist.

Beat the drum ... verträumtes und packendes Keyboard-Teppich-Intro mit klassischem Touch, melancholischer Beginn (Klavier, Keyboards und Vocals) mit nachdenklichem Text. Es folgt ein gespenstischer Übergang, der schließlich in stampfenden Prog/Hardrock übergeht. Alan Reed's Stimme entpuppt sich jedoch nicht als die herausragende Entdeckung, sondern als verrauchter Hardrockdurchschnitt, der streckenweise ganz schön von den Instrumenten nach hinten gedrängt wird. Und siehe da ... nach ca. 6 Minuten haben wir ein kurzes Aufblitzen eines Vergleichs mit IQ. Doch danach gehts wieder straight weiter ... für mich zu straight.

Hide and seek offenbart wieder dieselben Stärken und Schwächen wie der Vorgänger. Melodischer und mitreißender AOR-Prog, dem immer wieder die Vocals abhanden kommen, aber zum Glück trägt der Rhythmus die Geschichte weiter.

Insomniac ... proggy keyboards, marillionartiges Feeling, IQ-mäßige Dramatik ... ein bärenstarker Beginn, nach zweieinhalb Minuten dazu noch mit verzerrten Vocals und wiederum marillionartigem Touch, danach gibts durchgehend gut gemachten Progrock.

All or nothing geht schon mehr in Richtung Foreigner als in Richtung Prog, Spirits ist der für mich stärkste Track des Albums ... er hat zwar nix mit Progrock zu tun, ist aber ein atmosphärisch dichter Song mit Chroma Key und OMD-Ausstrahlung. Ryhthmusbetont, langsam und verregnet.

Man of principle ist dann wieder geradlinig, jedoch hätte man sich die theatralischen Keyboardbläser wirklich sparen können, denn die sind a) aufrdinglich und b) klingen sie nach 3 Stunden "Sissi die Kaiserin" am Stück ....

Halbwegs entschädigen kann Ghosts, das sich um Stimmung und Prog bemüht und vor allem Rush Fans ansprechen dürfte.

Songtitel wie Blood and roses lassen meist nichts gutes ahnen (scheint an meiner Bon Jovi Phobie zu liegen) ... aber weit gefehlt. Wieder entpuppt sich ein Song, der nicht viel mit Progrock am Hut hat als ausdrucksstark, tragisch, nachdenklich und melancholisch romantisch.

Wilderness years fällt in die Kategorie besserer Durchschnitt. Fragments of the sun ist zur einen Hälfte ein göttliches Instrumental ... packend, mit Kraft von unten (Synthi, Drums und Bass), stehenden gezogenen Guitartönen und einer Atmosphäre, die man nicht besser als mit dem Songtitel selbst beschreiben könnte. Der Track hätte zwar keine Vocals nötig gehabt, aber was solls ... sie schaden dem Song nicht.

 
Fazit

Wer auf progbeinflussten Hardrock, oder einfach nur eingängige Mucke steht, der kann hier mit gutem Gewissen zugreifen. Progrock-Schmalspurler sollten sich aber vorsehen, denn mit IQ und Arena haben Pallas nicht allzuviel am Hut. Mir ist die Ganze Sache einen Tick zu eingängig und die immer wieder mal im Hintergrund untergehende Stimme ist nicht gerade das, was ich von einer Profiproduktion erwarte. Von mir gibts daher gut gemeinte 4-5 Punkte, weil mir das Teil streckenweise echt zu glatt ist.

   
Summary

It took a long time (nearly 13 years) for the scottish band Pallas to release a new sign of life. Besides of the new vocalist Alan Reed the lineup is the same as in 1986. Pallas play some kind of progrock influenced AOR/hardrock. The music is straight, melodic and hardrockin' but has a few proggy spotlights as well. It's too straight for my taste, but even I could discover some jewels: the proggiest track Insomniac and the two unproggy, but highly atmospheric and melancholic ballads Spirits and Blood and roses that create a feeling somewhere between Chroma Key and OMD. 4-5 points


© 03/1999 Markus Weis / Die Ultimative Review Page - https://durp.cf2.de