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Lanfear

"Zero Poems"

Die Ultimative Reviewpage f. Progressive Rock/Metal


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Info

Lanfear
"Zero Poems"
1999, Famous Kitchen

Stefan Zoerner - vocals, keyboards
Markus Ullrich - guitars
Kai Schindelar - bass
Jürgen Schrank - drums

Prologue / Vorab

Horn Music Production präsentieren mit dem Album "Zero Poems" der Heilbronner LANFEAR den ersten Release des hauseigenen Labels "Famous Kitchen".

Tracklist / Die Songs

  1. Zero poems 5:26
  2. Turn the tide 5:35
  3. Eight silent chambers 7:39
  4. Epilogue: june 2054 a.d. 1:10
  5. How come ? 9:35
  6. My karma told me 4:01
  7. To sear the flood 2:08
  8. Enlil/genesis 3:41
  9. Naked 4:02
  10. Twilight 3:53
  11. Electric storm 4:31
Gesamtspielzeit / total time: 51:57

Das Album

Voll in die Magengrube brettert der Opener Zero Poems, der wie eine Mischung aus den CHILDREN OF BODOM, ANGRA (Refrain) und melodischem Progpowermetal (wie bei den Bodoms klassisch beeinflusst) anmutet. Mir persönlich sind die Drums etwas zu dominant über die Riffs gemischt ... kommt aber auch ganz gut. Ein beinharter Hammer ... garniert von einem hymnischen Powermetalrefrain.

Turn the tide beginnt wie ein aufdringlich vergnügter irischer Kneipensong ... das Teil entpuppt sich jedoch als ein getragener bis druckvoller Midtempo-Progmetalkracher ... bei dem die Vocals während des Refrains zu prollig (und zu laut) klingen, ansonsten jedoch nicht so aufdringlich im Vordergrund stehen. Nach 3 Minuten gibts dann eine Deep Purple meets Progmetal-Instrumentalpassage der Spitzenklasse.

Mit Eight silent chambers inkl. Epilogue ist ein 9-Minüter am Start, der jeden Fan kraftvollen Progmetals ansprechen dürfte. Riffstakkatisch, urgewaltig, mystisch, einfühlsam, dramatisch und für eine halbe Minute mit einer leichten Black-Metal-Anleihe (Riffs und Vocals), die sofort von Melodik abgelöst wird. Und auf einmal - eine deutsche Spracheinlage während einer symphonischen Passage. Und dann wieder hämmernde Riffs'n'Drums gefolgt von einer klassisch inspirierten Instrumentalpassage. Ein zu gut gemeintes (will sagen übertriebenes) Feuerwerk mit zumindest in dieser Passage wieder zu dominanten Vocals.

How come ist im Grundcharakter eine abgedrehte Ballade, die immer wieder zu einer grimmigen und sich spiralförmig in den seelischen Wahnsinn schraubenden Powermetal-Angelegenheit mit Melodic Metal-Elementen auswächst - stets entspannt durch ruhevolle Passagen, die streckenweise an sanftmütige Spocks Beard erinnern. Eine von vorne bis hinten sagenhaft grandiose Nummer. Unbedingt abchecken !

Und siehe da. Auch Progmetalbands können kompakte 4-Minüter schreiben, die alles andere als langweilen. My karma told me ist eine für LANFEAR-Verhältnisse relativ straighte und gute Powermetalnummer.

To sear the flood ist eine einfach wunderschöne Instrumentalnummer, die vor allem von den pulsierenden Keyboards bestritten wird. Klingt nach J.M.Jarre meets Metal. Coole Sache das.

Und weiter gehts im Cosmic Drama mit Part II: Enlil, Genesis, während dem sich LANFEAR nicht scheuen, von spacigen Brazzelsounds und sphärischen Keyboards Gebrauch zu machen. Hymnische Mini-Oper !

Die restlichen Songs: Naked (gespenstischer balladesker Progmetal), Twilight (beginnt wie ein Tekkno-Trance-Track, fetzt dann aber straight daher, als lasse Alice Cooper der 80er zusammen mit 80ies Pop grüßen ... ein Blick ins Booklet verrät den altbekannten Flair dieses Tracks: Jeff Lynne .. u.a. ELO) und Electric storm 2053 a.d. (sorgt für einen ruhigen Ausklang ... abrupte Ausblende).

 
Fazit

Wow ... eine Scheibe, in der es viel herauszuhören gibt. Freunde des Powermetals bzw. Freunde des Progmetals, die härtetechnisch ein Stück nach oben und ein Stück nach unten standfest sind, werden an dem Teil ihre Freude haben. Mir persönlich fehlt während dreier Songs noch der letzte Feinschliff in punkto Song-Kompaktheit und stimmlicher Maßregelung, der Rest jedoch - allen voran das überragende How come ist es allemal wert, entdeckt zu werden. 6-7 Punkte mit klarem Hang zur 7.

Falls nicht im Handel, gibts die CD für 30 DM bei:

Famous Kitchen
Lachenstr. 10
74740 Adelsheim
Germany
Bitte erwähne bei einer eventuellen Bestellung, daß Dein Interesse von der DURP geweckt wurde.

Die Homepage der Band findest Du in den DURP Links.

   
Summary

The german progpowermetalheads LANFEAR are presenting their second album "Zero Poems". And what an interesting piece of powerful music this is. LANFEARs music covers soft epic elements, straight melodies, hammering powerparts and symphonic influenced metal sometimes reminding me of Angra and the Children of Bodom. Powermetalheads who can cope with complexity and romance: check out this album. Progmetalheads who can stand three very short Black Metal-parts and weird atmosphere: check it out, too. All others should give this album a try, especially the outstanding and mad How come which will melt hunt your sanity with beautiful kind of strange romance and freakin' paranoya. A few times there are too much turnarounds and changes in heaviness, but overall: Recommendable !! 6-7 points (very close to 7 !)

The cd (price: 35 german marks) can be obtained at:

Famous Kitchen
Lachenstr. 10
74740 Adelsheim
Germany
Don't forget to mention the DURP in your order !

A link to the website of the band can be found in the DURP Links.


© 07/1999 Markus Weis / Die Ultimative Review Page - https://durp.cf2.de