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Crimson Glory

"Astronomica"

DURP - eZine from the progressive ocean


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Info

Crimson Glory
"Astronomica"
1999, Rising Sun

Wade Black - vocals
Jon Drenning - guitar
Ben Jackson - guitar
Jeff Lords - bass
Steve Wacholz - drums

Prologue / Vorab

11 Jahre ist es her: das Jahrhundertalbum "Transcendence" von CRIMSON GLORY. Nach sich die Jungs mit "Strange and beautiful" einige Jahre später deutlich weiterentwickelten, was den Großteil der mit den ersten beiden Alben gewonnenen Fans vergraulte, wurde es ruhig um die Männer mit den metallischen Masken. Nach diversen Verschiebungen erscheint nun endlich zum Ende des Jahrhunderts "Astronomica" - CG's Rückblick auf 100 Jahre voller Chaos (Weltkriege, bedenkliche Technisierung, etc) bzw. Ausblick auf die Apokalypse.

Tracklist / Die Songs

CD 1
March to glory - 3:30
War of the worlds - 4:09
New world machine - 4:14
Astronomica - 4:59
Edge of forever 5:46
Touch the sun - 5:56
Lucifer's hammer - 4:25
The other side of midnight - 4:29
Cyberchrist - 5:13
Cyoonia 5:47
Gesamtspielzeit (total time): 69:44 (music: 49:44)

Rezension

Wer wie ich mit einem Album in der "Transcendence"-Schiene gerechnet hat, muss sich etwas umstellen. Sieht man mal vom Gesang ab, merkt man allen Songs auf Anhieb die über ein Jahrzehnt so liebgewonnene CG-Handschrift an. Vom Feeling her ist "Astronomica" jedoch mehr zwischen dem Debutalbum und "Strange and beautiful" anzusiedeln, wobei das Riffing zu letzterem, die Härte zu ersterem Album tendiert. Der Sound ist druckvoll und wiederum makellos. Positiv fällt hier vor allem der kräftige Bass auf, der bzgl. Dominanz streckenweise stark an den Sound von QUEENSRYCHE erinnert.
"Astronomica brät voll auf die Glocken". Nach War of the worlds und New world machine wünscht man sich schon CRIMSON GLORY im Tourpaket mit JUDAS PRIEST, mit Astronomica kehrt jedoch ruhige, leicht ägyptoide Stimmung ein. Auch Edge of forever lässt durchatmen. Wie aus "Strange and beautiful"-Zeiten groovt sodann Edge of forever daher; auf Lucifer's hammer fährt sprichwörtlich der Hammer der Apokalypse auf Erde und Ohren nieder. The other side of midnight spielt bewusst mit Parallelitäten zum Klassiker Lost reflection. Auf Cybercryst wird's dann etwas moderner bevor Cycoonia für einen ruhigen Ausklang sorgt.
Ob Euch ein 20 minütiger Funk/Telefonverkehr-Mitschnitt, während dem verunsicherte Bürger merkwürdige Phänomene und Ufosichtungen durchgeben, müsst Ihr selbst entscheiden - meiner Ansicht nach hätte man es besser in bester Kevin Moore Manier mit Musik untermalt. Jedenfalls trägts irgendwie zum exzellenten Artwork von Digipack und Booklet bei, das jedem Song einen Auszug aus einer Millenium-Apokalypse-Vorhersehungen zu Steite stellt.

Die dem limitierten Digipack beiligende Bonus-CD enthält drei Livetracks (Painted skies, Queen of the masquerade, Lost reflection), die 1989 in Bradenton/Florida mitgeschnitten wurden. Hätte nicht sein müssen, nehmen wir aber gerne mit ;-). Da man für die Live-Bonus-CD nicht wirklich mehr bezahlt, gehe ich auch nicht weiter drauf ein, muß aber gestehen, daß ich dort liebend gerne noch "Red sharks" und "Burning bridges" gesehen hätte.

 
Fazit

"Astronomica" wäre ein für Aufsehen sorgendes bretterndes und intelligentes Vollblut-Metalalbum ... wenn da nicht CRIMSON GLORY draufstehen würde, denn die Eigenschaft, die CG so viele Fans bescherte, fehlt: der hervorragende melodische und klare Gesang von Midnight. Wade Black deswegen als schlechten Sänger darzustellen, wäre ungerechtfertigt, denn der Mangel liegt woanders: bis auf die 3 ruhigen Songs dominieren nahezu kreischende (aber gute) Metalvocals, die leider mehr Groove als Melodie besitzen.
Und so kommt es, daß "Astronomica" zwar gut durchläuft, jedoch kaum an klare Melodien fesseln kann, wie das z.B. auf so vielen Songs der ersten beiden Alben der Fall war. "Astronomica" hinterlässt bei mir irgendwie einen unvollständigen Eindruck. Und daß während des Instrumental-Heavy-Marsches March to glory die Amis mal wieder ihrer Lieblingsdisziplin fröhnen ("Geselliges Rumhacken auf der deutschen Nazi-Vergangenheit"), nervt mich zwar nicht sonderlich, nur frage ich mich immer wieder, ob die "Vereinigten Staaten der Doppelmoral" sich darüber bewusst sind, daß sie sich mit Vietnam und Ku-Klux-Klan auch einige Klassenbucheinträge in den Fächern Krieg & Rassismus eingebrockt haben. Wertung: 5

   
Summary

Those with memories as long as your golden hair still love CRIMSON GLORY's great albums "Crimson Glory" and "Transcendence". 11 years later, CG are back to present a century of chaos and apocalyptic visions with "Astronomica". Fans of "Transcendece" will have to re-adjust their ears a little bit. "Astronomica" sounds like a mixture of the debut album (concerning heaviness) and "Strange and beautiful (regarding the riffing). During half of the tracks, you'd wish to see CG on tour with JUDAS PRIEST (with Ripper of course), the other half of the tracks is a bit more soft, two of them with some egyptian feeling. The other side of Midnight seems to be the 90ies version of the CG classic Lost reflection.

CG's main feature - Midnight's melodic and great vocals - are missing. This fact will make it difficult for all CG maniacs to deal with "Astronomica". Wade Black is not a bad singer at all, but his vocals are too "screamin' heavy" for my CRIMSON GLORY taste and what's even worse: they lack of capturing melodies. You can feel the presence of CRIMSON GLORY in every song, but the capturing and melting component is missing. Too much rhythm'n'drive ... no capturing structure or melody in the songs ... by far not enough to be a spectacular comeback of one of the greatest metal bands of the 80ies. 5 points


© 09/1999 Markus Weis
DURP - eZine from the progressive ocean
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