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Ty Tabor

"Moonflower Lane"


5 Punkte

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Kurzinfo

Ty Tabor
"Moonflower Lane"
1998, InsideOut Music

Ty Tabor - vocals, guitars, bass
Alan Doss - drums, organ, percussion
Wally Farkas - snake charmer
Ben Huggins, Monty Colvin - backing vocals
Josh Tabor - french horn
Frank Hart - cello

Vorab...

Der KING'S X Gitarrist Ty Tabor zum ersten Mal auf Solopfaden. Seiner Hauptband KING'S X beschert er durch seine eigenwilligen und markanten Melodien diesen hohen Wiedererkennungswert, der mich schon damals aufhorchen ließ, als mir im Fernseher ein gewisser Mick Wall ;-) in der zweimal pro Woche am Spätnachmittag (seufz, das waren noch Zeiten) gesendeten "Monsters of Rock Show" (Sky Channel) ein Album namens "Gretchen goes to Nebraska" nahelegte und in den folgenden Wochen den Song "King" immer wieder spielte.

Die Songs
  1. I do (3:25)
  2. The Island Sea (3:56)
  3. Live in your house (4:15)
  4. I know everything (5:26)
  5. The truth (4:31)
  6. Without you (4:20)
  7. Hollow eyes (5:49)
  8. Walk with my love (3:06)
  9. Another day (3:16)
  10. Her palace (5:32)
Gesamtspielzeit: 43:38
Das Album

Zugegeben: Ich bin kein ausgesprochener KING'S X Fan, halte jedoch "Gretchen" sowie "Faith, hope, love" in Ehren. Mit von den Beatles-inspirierter moderner Rockmusik konnte ich bislang nicht viel anfangen (obwohl "Abbey Road" eine meiner ersten musikalischen Sachen war, die ich von meinem "Uncle in rock music" in zartem Kindesalter überspielt bekam). Ein Album, das mich in dieser Hinsicht bekehrte, war "Schizophonic" von NUNO (Nuno Bettencourt). Mit dementsprechend relativ hohen Erwartungen ging ich also an diese Scheibe.

Der Opener I do erfüllt exakt die vom angesprochenen NUNO-Album gesteckten Erwartungen. Sauber durcharrangierter und melodiöser Poprock mit leicht metallisch-grungenem Hauch im McCartney-Lennon Stil ... und das nicht nur aufgrund der beatles-mäßigen mehrstimmigen Refrains.

The Island Sea knüpft nahtlos an die Qualität von I do an, aber schon hier merke ich, daß mir im Vergleich zu "Gretchen..." und "Faith, hope, love" der treibene Druck und der eigenwillige KING's X-Groove mächtig abgeht. Ähnlich ergeht es mir bei Live in your house ... aber irgendwie bleibt der Refrain verdammt gut im Ohr kleben.

I know everything bringt wieder Abwechslung in die Geschichte. Der Mann hat irgendwie ein verdammt gutes Gefühl für melodische Harmonie ... ein rockig-warmer Track, der angenehm zum Mitgrooven und Mitwippen mitreißt. Der "snake charmer" in der Songmitte verleiht dem Song ein weiteres interessantes Moment.

The truth besticht wieder durch eine absolut eingängige Melodie und das sanfte rockige Feeling.

Without you ist der wohl KING'S X-konformste Track des Albums. Die typischen langsam und harmonisch und dennoch leicht verschleppten Guitar-Akkorde, die einfach jahrelang das KING's X-Feeling ausgemacht haben und immer noch ausmachen.

Mit einer abgedrehten Cello-Passage beginnt Hollow eyes, das in punkto rauher umschmeichelnder Härte streckenweise andächtig an bereits mehrfach erwähnte KING'S X Alben zurückdenken läßt.

Jetzt ist aber bei mir der Punkt erreicht, an dem ich schon leicht gelangweilt das skippen anfange. In den Songs passiert mir einfach zu wenig. Da kommt die schöne Ballade Walk with my love zwar abwechslungshalber recht, doch auch die legt im Verlauf in punkto Dynamik nicht besonders zu.

Another day ist im Vergleich zu den vorigen Albumtracks nicht herauszuheben, mit Her palace jedoch ist das anders. Ein einfühlsamer, langsamer Song, mit dezent leisen Guitar-Akkorden versehen, dafür aber exzellent bestritten von diesen markanten mehrstimmigen beatles-alike vocals, die dem Ganzen einen kräftigen Hauch von hymnenhaftiger Schwerelosigkeit verleihen.

Fazit

5 Punkte : Ich weiß ehrlich gesagt auch nach einigen mehreren Durchläufen nicht, was ich von diesem Album halten soll. Für's Nebenbei-Anhören sicher eine absolut gute Wahl, für mehr aber auch nicht, was meine Person anbelangt. Wahrscheinlich ist mir das Album zu "aufdringlich melodisch" ... abgesehen davon tut sich einfach zu wenig, um mich über die gesamten 43 Minuten bei der Stange halten zu können. (Ganz anders hier die abwechslungsreiche und aberwitzige erwähnte NUNO-Scheibe). Trotzdem sicher ein wirklich gutes Album im Sektor der beatles-verliebten Pop-Rock-Ecke ohne große Schwachstellen. King's X-Fans sollten auf jeden Fall mal ein Ohr riskieren, der Rest kann's ja auch mal probieren, sofern er auf mehr oder weniger sofort eingängige Melodien steht und vor allem: sofern er mit dem Namen McCartney/Lennon mehr verbindet als das bloße Deuten mit dem Zeigefinger auf den Band "B" eines Rocklexikons. ;-)

english summary

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© 05/1998 Markus Weis / Die Ultimative Review Page - https://durp.cf2.de