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Theatre of Tragedy

"Aegis"


5 Punkte

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Kurzinfo

Theatre of Tragedy
"Aegis"
1998, Swanlake Records (Massacre)

Raymond L.Rohonyi - vocals
Liv Kristine Espenaes - vocals
Frank Claussen - guitars
Tommy Olsson - guitars
Lorentz Aspen - synthesizer
Erik T. Saltro - bass
Hein Frode Hansen - drums

Vorab...

Der Digipack ist schon mal höchst ansehnlich geworden. Mal sehen, ob das Album diesem Hauch von Romantik und Tragik gerecht wird.

Die Songs
  1. Cassandra (6:48)
  2. Lorelei (5:38)
  3. Angelique (5:46)
  4. Aoede (6:11)
  5. Siren (7:30)
  6. Samantha (4:12)
  7. Venus (5:33)
  8. Poppaea (5:47)
  9. Bacchante (6:43)
Gesamtspielzeit: 54:10
Das Album

Sanft umschmeichelnder Gothicrock/metal weht uns schon zu Beginn auf Cassandra um die Lauscher und zeigt, was der Hörer auf der kompletten Scheibe erwarten darf. Der Abwechslung dienlich ist das Wechselspiel zwischen Raymond's und Liv's Gesang. Liv ist für die sanften engelsgleichen Stimmlage zuständig, die sämtlichen Songs etwas himmlich Vergängliches verabreicht. Raymond's tiefer Gesang (auch oft eher gesprochen als gesungen) verleiht dem Ganzen den düster geheimnisvollen Touch. Viel besser als auf dem Opener kommt das alles auf Lorelei zu tragen, dem wohl eingängigsten und zugleich schönsten Song des Albums, der sich in der letzten Minute leider etwas in die Länge zieht, da der (zwar vor allem dank Liv wunderschöne) Refrain doch einige Male wiederholt wird.
Von Streicherklängen und akkustischer Gitarre untermalt beginnt Angelique, in dem Liv und Raymond gesanglich zusammenagieren. Leider hebt sich der Song in punkto Geschwindigkeit und Flair überhaupt nicht von den vorigen beiden ab und erinnert an einen Song, der die Qualitätskontrolle für ein THE GATHERING-Album knapp nicht bestanden hat. Beim ersten Mal noch schön anzuhören bietet er danach auch aufgrund der wirklich einfachen Struktur und Vorhersehbarkeit keinen großen Anreiz mehr.
Aoede läßt dagegen schon wieder aufhorchen. Bedächtige Riffs, Drums, Bass, Waber-Gitarren mit gedrückter verhallter Männerstimme sowie die keyboardgestützen Instrumentaleinschüben erschaffen eine warm-düster-romantische Athmosphäre, wie sie in etwa mit TIAMAT's "A deeper kind of slumber" vergleichbar ist.
Der nächste Song, der wirklich wieder so richtig heraussticht, ist das getragene Venus, bei dem vor allem Liv's gehaucht-gesungene Stimme in Konfrontation mit dem an Härte und Düsterheit zulegenden Refrain bei geschlossenen Augen wirklich imposante Bilder hervorruft. Klasse ! Der Rest hält sich auf demselben Niveau wie Cassandra.

Fazit

5 Punkte : Mit "Aegis" haben Theatre of Tragedy ein ordentlich bis gute Gothic-Rock/Metal-Scheibe abgeliefert. Und wie das halt so ist mit den kleinen runden Aufklebern vorne auf der CD ("Aegis, das neue Meisterwerk von blabla") ... in solchen Fällen muß ich mich immer fragen, wollte man ein Meisterwerk schaffen oder hat sich ein Album schlicht und einfach als ein Meisterwerk herausgesstellt. In Bezug auf "Aegis" muß ich leider sagen: "totgemeistert" ... so schön und angenehm zu hören die Scheibe zum Großteil auch ist, es ist zu polierter Gothic-Rock/Metal. Ich bin mir dessen bewußt, daß man an eine Gothic-Scheibe nicht unbedingt Prog-Maßstäbe anlegen sollte, aber wenn so ziemlich jeder Song denselben Aufbau besitzt und sich nach 2 Minuten in keinster Weise steigert, dann kann das schon recht ermüdend werden, wenn man bewußt (!) zuhört. Mir persönlich fehlt hier wirklich die Dynamik und der letzte Kick an dezenter Härte, wie ihn z.B. THE GATHERING auf "Mandylion" geradezu perfekt geboten haben.

Trotz allem: "AEGIS" ist ein überaus nettes und schönes Gothic-Album geworden, das seine Stärken jedoch eindeutig dann hat, wenn man es "nebenher" hört, z.B. während man mit der Dame seines Herzens bei Kerzenlicht einen kleinen Käse/Trauben-Teller unter dem Genuß eines Gläslein Rotweins verdrückt.

english summary

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© 05/1998 Markus Weis / Die Ultimative Review Page - https://durp.cf2.de