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Sunblaze

"Illuminating heights"


9 Punkte

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Kurzinfo

Sunblaze
"Illuminating heights"
1997

Matthias Pfaff - vocals
Martin Enke - guitars
Jörg Enke - keyboards
Michèl Kalifa - bass
Jochen Donauer - drums (mittlerweile ersetzt durch: Roland Weimer)
Elisabeth Ramirez - violin

Vorab...

Da sitze ich vorgestern geschockt vor dem Fernseher und erwische beim Zappen versehentlich die alljährliche Echo-Verleihung, auf der die (Zitat) "besten Gruppen des vergangenen Jahres" für ihre größtenteils trendschleimigen Verbrechen geehrt werden. Bester Newcomer im Bereich Rap .. NANA ??? Ach Du Scheiße ... zeigt wieder mal, daß die kommerzverblendete Musikmedienlandschaft in ihrem Fachwortalmanach unter "am besten sein" wohl nur den Verweis "siehe: das Konto zum Klingeln bringen" stehen hat. Gerüchteweise wurden aus diesem Almanach bereits vor Jahren die Redewendungen "live spielen" und "anspruchsvolle Musik machen" gestrichen. NANA bester Rapper ? Milch&Zwieback-Bubi Bon Jovi bester internationaler Künstler ? Na dann freuen wir uns auf den Echo-Award im kommenden Jahr, wenn Ozzy Osbourne einen Echo für sein christliches Lebenswerk vom Papst überreicht bekommt. Au...weia !

Themawechsel. "...wir wollen auch nicht Musik für die Masse machen und uns nach Trends richten. Wir werden auch nicht aus Prinzip extra gegen den Strom schwimmen. Wir machen einfach unsere Musik in unserem Stil und wenn sie irgendjemanden außer uns gefällt, freut uns das sehr. Wenn nicht, ist das aber kein Grund für uns, den Stil zu wechseln."

Diese wohltuenden Worte stammen aus der Bandinfo der Kaiserslauterner Prog-Metal-Band Sunblaze. Die Band existiert mehr oder weniger seit 1994, bezeichnet sich selbst als Progressive Metal Orchestra (dazu später mehr) und legt mit "Illuminating heights" ihr Debutalbum vor.

Die Songs
  1. Sunblaze (14:09)
  2. Distant Reaches (10:06)
Gesamtspielzeit: 24:15
Das Album

Schon nach dem zweieinhalbminütigen Intro "Origin" (Songpart 1 des Tracks "Sunblaze", der Song, nach dem sich die Band übrigens benannt hat) und den ersten zwei Minuten des zweiten Songparts "Alive" wird klar, daß die Bezeichnung "Progressive Metal Orchestra" nicht nur einfach so dahingesagt ist. Was mir alleine innerhalb der ersten 6 Minuten der CD um die Ohren schmeichelt und fliegt, zählt wahrlich zu den besten Minuten Prog-Metal, die ich jemals erleben durfte. RrrrrOOOOCK !!! Doch der Reihe nach ...

Das Intro "Origin" des fünfteiligen Openers "Sunblaze" weiß mit Keyboard/Synthiklängen magisch zu umgeben und spätestens wenn das Orchester (wenn auch zu geringem Teil aus der Dose, aber hier fällts echt nicht negativ auf) mit echtem Chor, Violine und Paukenstakkati einsetzt, fühlt man sich ein eine archaische Umgebung zurückversetzt, die mich ein wenig an frühe Mannheim-Steamroller-Releases erinnert ("Fresh Aire IV"). Mit dem zweiten Songpart ("Alive") setzt nun der Rest der Band in Form von Drums, Bass und Guitars ein ... stakkatoartig beginnen die Guitars begleitet von kräftigen Drumschlägen .... was zuerst wie ein scheinbares Gewitter beginnt wird vom einsetzenden Orchester, Violine und den Keyboards in einen prasselnd-wohltuenden Sommerregen gesteigert. Der Übergang zu "Sea of Silk" ist ausgefeilt abgedreht ausgefallen ... und hat man sich gerade auf das herrliche Gefrickel eingestellt, findet man sich in der ruhigen "Sea of Silk" wieder. Part 4 "Scent of a blossom" bringt elegischen Prog-Metal zutage, bevor uns in Part 5 "Illumination" eine folkloristische Progmetal-Passage um die Ohren weht, die sich wohlgefällig in das von einem Chor veredelte Hauptthema auflöst und schon sind 14 kurzweilige Prog-Minuten auch wie im Flug vorbeigezogen.

Der Beginn des zweiten Tracks "Distant Reaches" läßt dank Synthis und Guitar totgeglaubtes Eloy-Feeling in mir auferleben ("Metronomia"). Progmetallisch und violingestützt geht es in die eigentliche Hauptpassage des Songs, komplex, abwechslungsreich, metallisch, immer wieder durchsetzt von tragenden Elementen. 3 Minuten vor dem Songende setzt nocheinmal das Motiv aus dem Intro ein. Den Ausklang bereiten uns diese wohl für Sunblaze typischen Klangkombinationen aus Drums, Metalguitars/bass, Keyboards, Violine und Chor. Hatte ich zu Beginn des Tracks mit den Vocals noch meine Probleme, so war das am Ende des Songs (und somit auch am Ende der CD) auch vergessen.

Fazit

9 Punkte für dieses progmetallisch orchestrale Meisterwerk ohne Längen und Überfrachtungen, vor allem dank des Songs "Sunblaze", der mich immer wieder zu Begeisterungsstürmen hinreißen kann. Wer sich jetzt immer noch nichts drunter vorstellen kann und nach Vergleichen mit anderen Bands fragt, dem kann ich eigentlich nur sagen, daß der Stil von Sunblaze für mich einzigartig ist und am ehesten mit folgender Mixtur erreicht werden könnte: Treasure Land ("Questions"), Eternity X ("Mind games", "The Edge"), Eloy ("Metronomia", "Dawn", "Power and passion"), Dream Theater ("When dream and day unite"), sowie einer Brise Folk, Mittelalter und Orchester.

Die CD bekommt Ihr für 15 DM (Ausland 20 DM) bei:

Jörg Enke
Pfaffstr. 1
67655 Kaiserslautern
Tel/Fax: 0631 / 10382

Bitte mit kurzem Hinweis darauf, daß Euer Interesse an der CD von dieser Review-Page ausging.

Ich bin schon mal gespannt auf die für Ende 1998 in Planung stehenden Live-Auftritte, denn perfektionistisch korrekt will man hier schließlich nicht auf Orchester und Chor verzichten !

Rising from the coldest shades of night
ascending to illuminating heights
as I climb the summit of my life
I fell the sunblaze force - I fly.


english summary

#NUMBER# points the missing english summaries will be inserted until end the middle of october 1998 !

© 03/1998 Markus Weis / Die Ultimative Review Page - https://durp.cf2.de