CD review / album review / CD Rezension / Album Kritik / Plattenkritik

Project Pitchfork

"Chakra: Red"


6 Punkte

goto english summary

Kurzinfo

Project Pitchfork
"Chakra: Red"
1997

Project Pitchfork = Dirk Scheuber, Peter Spilles

Vorab...

Schon irgendwie komisch, daß deutsche Vorreiter gewisser Musikrichtungen irgendwie nicht so richtig aus dem Undergroundstatus herauskommen (was nicht heißen soll, daß sie nicht ihre große Fan-Gemeinde hätten). So war es schon bei Kraftwerk. Bei Project Pitchfork verhält sich das nicht anders, was den Electro Wave anbelangt. Meinem Bruder habe ich es zu verdanken, daß ich schon vor einigen Jahren mit den Pitchies konfrontiert wurde. Bislang konnte ich jedoch nicht viel mit ihren Alben anfangen ... irgendwie mir nicht zugänglich genug. Die Weiterentwicklung auf "Chakra: Red" jedoch sprach mich plötzlich an ....

Die Songs im Einzelnen
  1. Human crossing (5:15)

  2. 2069 AD (3:21)

  3. Malicious delight (3:24)

  4. Alien crossing (4:30)

  5. Time (6:27)

  6. Godwrote (4:45)

  7. Rush (4:34)

  8. December sadness (5:56)

  9. Temptation (4:51)

  10. Tower of lust (4:01)

  11. Celeste (3:50)

  12. I'll find my way home (4:52)

Gesamtspielzeit: 56:19

Das Album

Auf "Chakra: Red" zeigt sich mir das Project Pitchfork offener und zugänglicher denn je. Es gibt groovende Loops, Breakbeats und erstmals (zumindest für mich) auch satte Gitarrenriffs.

Der Opener "Human crossing" enthält bereits so ziemlich alle Elemente der Scheibe. Sphärische Keyboards, Synthieeffekte, kräftige pitchfork Rhythmen/Percussion und in den sphärisch ansprechenden Passsagen äußerst sinnreich eingesetzte Guitarsamples. Stark !

Der für Metalheads wohl auf Anhieb packendste Track ist "2069 AD", das durchwegs von Riffs begleitet wird. Das besonders reizvolle in diesem Song ist jedoch, daß ein Großteil der Rhythmen dem Drum'n'Bass entstammt ... "Malicious delight" ist der erste Track, der mich wieder so richtig an frühere Releases erinnert. Zudem enthält der Track einen gewissen Schuß aus der Frühzeit von Depeche Mode, sagt mir jedoch nicht so richtig zu.

"Alien crossing" fällt da schon wieder dramatischer und abwechslungsreicher aus ... Pitchfork meets Chemical Brothers ? Kommt in einer Zwischenpassage irgendwie hin ... Breakbeats, Industrialsamples und finstere Synthiesounds.

Langsam, rhythmisch und hymnisch (fast schon im Stile eines romantisch aufgelegten J.M. Jarre) wirkt das Instrumental "Time" als fesselnder Albumteiler, zumal der Song gegen Ende an Dramatik und Rhythmusuntermalung packend zulegt.

Ebenfalls ein gelungen ist "Godwrote", das besonders von den Breakbeats und Synthieeffects getragen wird, jedoch fehlt es im Refrain trotz aller treibenden Industrialklänge nicht an stimmiger Melodie.

Verblüffend ! "Rush" serviert "Trip Hop"-Rhythmus gepaart mit fetten (langsamen) Riffs und Synthieeinlagen. Grade hat man sich dran gewöhnt, legt das Teil jedoch gewittermäßig an Tempo zu ... der Refrain prügelt einem ums Gemüt ... und plötzlich löst sich das ganze wieder im trip-hop-mäßigen Wohlgefallen auf.

Melancholisch düster angehaucht klingt "December sadness" (wie auch sonst bei dem Titel), "Temptation" vereint den Flair von "Alien crossing" und "Time" und besitzt zudem ein witziges Loopsample.

Besonders hervorheben will ich noch das Cover "I'll find my way home" , bei dem die Herren Anderson/Vangelis Pate standen.

Fazit

6 Punkte für ein wirklich kompaktes Album, das wohl das für Nicht-Pitchies zugänglichste Album darstellt und von vorne bis hinten das typische Pitchfork-Flair bietet. Bei mir stellt sich jedoch nach "Rush" ein ermüdender Effekt ein ... so richtig 100%ig erschließbar ist sie wohl doch nicht für mich ... die Welt von Project Pitchfork. Die ersten sieben Tracks einschließlich des letzten sind jedoch echt hörenswert !

english summary

6 points It's strange that this german pioneers of electro wave still are somewhere between underground and breakthrough. From my younger brother I know the former releases of Project Pitchfork but they could not convince me. But the Project evolved and now "Chakra: Red" convinced me.

On this album the Pitchies opened up and make it a bit easier to find access to their music. On "Chakra: Red" there are grooving loops, breakbeats and fat e-guitar riffs, strong rhyhtms (as always), spheric keyboards, synthi-effects and smart guitarsamples. Just listen to the openr Human crossingy and you'll get all of that. Metalheads will love 2069 AD, the rhythms s coming from a drum'n'bass-alike section and the riffs as well as the threatening vocals will invite you to a big headbang !

But there are other jewels on this album: Malicious delight sounds a bit like the early Depeche Mode, Alien crossing sounds like the Chemical Brothers and the instrumental Time is real exciting (great atmospheric intro and then great and heavy rhythms). Carried by great breakbets and synthi-effects and industrial-flair is Godwrite. Rush brings you trip-hop rhythm combined with slow e-guitar riffs and just as you get used to it it powers you to the floor. Pretty interesting is the Anderson/Vangelis-Cover "I'll find my way home".

For me "Chakra: Red" is the best album of Project Pitchfork so far. But after Rush it somehow gets boring, but I am sure that's because of me having never been a die hard pitchie-fan.

© 1998 Markus Weis / Die Ultimative Review Page - https://durp.cf2.de