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Pain of Salvation

"One hour by the concrete lake"


6 Punkte

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Kurzinfo

Pain of Salvation
"One hour by the concrete lake"
1998, Inside Out

Daniel Gildenlöw - vocals
Johan Hallgren - guitar
Fredrik Hermansson - keyboards
Kristoffer Gildenlöw - bass
Johan Langwell - drums

Vorab...

"Vielleicht sind Pain of Salvation der frische Wind, den die Szene braucht...". Frischer Wind ist derzeit nicht unbedingt nötig, aber schaden kann er sicherlich auch nicht. Das Cover sieht schon mal ausgefallen aus ... theatralisch, düster und leicht gekünstelt.

Die Songs
  1. Spirit of the land (0:43)
  2. Inside (6:12)
  3. The big machine (4:21)
  4. New year's eve (5:37)
  5. Handful of nothing (5:39)
  6. Water (5:05)
  7. Home (5:44)
  8. Black Hills (6:32)
  9. Pilgrim (3:17)
  10. Shore Serenity (3:13)
  11. Inside Out (6:37)
Gesamtspielzeit: 58:41 min
Das Album

Inside legt - von Spirit of the land eingeleitet - höchstinteressant los. Keyboards, spannendes Drumming, progmetallisches Riffing sowie kraftvolle Vocals machen dem zu Beginn etwas klangmäßig dünnen Song dann nach knapp 2 Minuten Beine. Der Song bietet melodische, warme Passagen, druckvolle Elemente und reicht somit von progrock-angehauchtem Progmetal bis zur kompromißlosen Härte von Bands wie Faith No More (zu Ende des Songs).

Im etwas moderneren und straighteren Gewand erscheint The big machine. Atmosphärisch düster, experimentierfreudig im gesanglichen Bereich, wahwah-bretternd im Hauptteil ... interessant, wirft mich aber nicht vom Hocker.

Auch bei New Years Eve vermisse ich einen rundum vollen Sound aus dem Tiefenbereich ... die Drums blechern ein wenig, der Baß blöppt anstatt zu wummen ... schade, denn der etwas hohle Sound nimmt doch einen gewaltigen Zacken Groove aus der Sache. New years eve ist ein Song, der vor allem Enchant-Fans ansprechen dürfte, die es auch etwas düsterer und härter mögen. Mir ist der Song jedoch nicht greifbar genug (geht mir aber bei Enchant genauso).

Auch Handful of nothing zeigt Potential und Schwächen. Tragende Keyboardfl&aum;chen weben sich um einen treibenden Rhythmus ... alles schön und gut, bis ein Enchant-mäßer Einschub eingeworfen wird, etwas Stückwerk angeklebt wird und es in den eigentlich elegisch düster-tragenden Refrain übergeht, nachdem ein absolut unpassend stressiges Keyboard/Drum-Intermezzo eingebracht wird.

Das im Gesamtcharakter balladeske Water besitzt dann wieder Klasse und dürfte jeden überzeugen, der Enchant's Time lost ins Herz geschlossen hat und etwas theatralischeren Passagen aufgeschlossen ist.

Home bemüht sich um Druck nach vorne, erscheint erneut aufgrund der fehlenden Tiefenwirkung von Drums und Bass relativ zahnlos.

Ein düsterer Klassetrack (auch dank des orientalischen Flairs) ist Black Hills ... ins Gewissen redende Vocals, Akustikguitar (von mächtigen E-Guitars attackiert), nachdenklich machende Gesangslinien, eine wahrhaft komplexe (und in sich vollends stimmige) Instrumentalpassage sowie der orientalische Ausklang machen diesen Track neben Inside zum Highlight des Albums.

Pilgrim wird lediglich von Violoncello, Akustikgitarre und Vocals bestritten und leitet das dramatische Shore of Serenity stimmungsvoll ein ... ein Track, der vor allem von den zu einem düsteren Chor arrangierten Vocals lebt und eine Atmosphäre verbreitet, wie es Queensryche streckenweise auf ihrem Album "Promised land" geschafft haben. Lediglich der hektische Schlußpart hätte getrost geskippt werden können.

Inside Out ist der mit Abstand härteste bretterndeste Track des Albums ... wäre mit druckvollen Drums sicher auch ein makelloser Knaller irgendwo zwischen Power Metal, Prog Metal und Prog Rock geworden.

Fazit

  6 Punkte Hmm ... schwierig. Verwaschene 6 Punkte, denn das Album zeigt Ambitionen in Richtung "empfehlenswert", weist jedoch mehrmals konfuse Songstrukturen sowie drucklosen Sound auf. Für lupenreine Progrocker und Progmetaller, die ausser Dream Theater und Fates Warning nichts an sich lassen, ist Pain of Salvation sicherlich keine Empfehlung. Aber wer auf Enchant, Faith no More und Powermetal steht, der sollte sich dieses Album auf jeden Fall mal anhören.


english summary

  6 points Pain of salvation seem to be influenced by bands like Faith No More, Enchant, a bit Powermetal and Dark Wave Rock. This album features 4 great songs: Inside, which features Keyboards, exciting drumming, progmetallic riffs, powerful vocals, smooth parts, powerful parts and so covers everything from progrock influenced progmetal to the heavyness of bands like Faith No More.
Water which will fit to all ears that love Enchant's album "Time lost". Black Hills is the highlight of this album: gloomy vocals, e-guitars attacking acoustic guitars, and a great instrumental part. Finally there is the dramatic Shore of Serenity which is carried by strong choirs and is able to create an atmosphere like Queensryche's album "Promised land".

All other songs are quite good but lack some straight line in their composition. And by the way: the sound of drums and bass is as thin as the brain of a tree.
If you like Enchant, Faith no More and some Dark Rock Music, then this might be a great album for you ... the rest of you should listen to it first.

© 12/1998 Markus Weis / Die Ultimative Review Page - https://durp.cf2.de