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Spock's Beard

"The light"


7 Punkte

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Kurzinfo

Spock's Beard
"The light"
1996

Neal Morse - lead vocals, mellotron, hammond organ, all other keyboards, acoustic & electric guitars
Alan Morse - lead electric guitar, cello, mellotron & vocals
Dave Meros - bass, french horn
Nick D'Virgilio - drums, percussion, vocals

Vorab...

Na endlich mal wieder ein Prog-Schub von jenseits des großen Teichs ? Schaumermal !

Die Songs im Einzelnen

Total time: 57:04

Das Album

4 Songs auf 57 Minuten. Wow ... so lieben wir Progressive-Rock Scheiben ;-) ! "The light" eröffnet das Album mit einem wirklich furiosen Intro und zeigt gleich, wo's lang geht. Es grüßen Yes, Saga, Genesis (the old ones !), Supertramp und streckenweise auch die Beatles und dank French Horn auch einmal die guten alten Barclay James Harvest. Das klingt jetzt vielleicht hart nach abgekupfert ... keine Bange ... ist es nicht. Nur etwas ähnlich eben, aber wenn man das Nachfolgealbum "Beware of darkness" mit in Betracht zieht, ist "The light" vom Stil her trotzdem ein unverkennbares "Spock's Beard"-Album. Zurück zum Titel-Track. Er bietet alles zwischen Rock-Stampfern und sanften Klavier-Passagen, wartet sogar einmal mit einem latino-like Zwischenpart auf, ist durchsetzt von einigen Breaks und äußerst abwechslungsreich gehalten, sodaß man kaum merkt, wie schnell die 15 Minuten um sind. Schon hier fällt das variantenreiche Potential von Neal Morse's Stimme auf, die auf dem Album von aggressiv verzerrt bis einfühlsam so ziemlich alle Stationen durchläuft. Ein Song mit Kultcharakter, der vor allem im Finale (Return of the Catfish-Man) so richtig schön reinsemmelt um sich dann nachdenklich im Klavierausklang (the dream) zu verlieren so wie er begann !

Auch "Go the way you go" besitzt ein absolut packendes Intro (knappe 3 Minuten). Abgedreht, jazzlike verspielt, romantisch, verworren, aufbrausend und schrill, bevor der melodische Gesang unterstützt von akustischer Gitarre einsetzt, der dann so langsam von den restlichen Instrumenten begleitet wird. Auch hier wird mit mehreren Stimmeffekten gearbeitet, was den übrigens allen Songs alleine schon viel Abwechlung beschert, die sie an sich nicht nötig hätten, denn nach knapp 6 Minuten legt "Go the way you go" zu und steigert sich zu einem zweiminütigem absolut jazzigem Prog-Rock-Instrumentalpart der Extraklasse, dessen Höhepunkt eine kurze Free-Jazz-mäßige Einlage darstellt, bevor wieder eine Überleitung in den bedächtigen Refrain erfolgt und der Track mit einem 2 minütigen Instrumentalpart endet. Ein Klassetrack !

Der 23-Minuten-Hammer "The water" zeigt die gesamte Bandbreite von Spock's Beard. Warme Klavierpassagen mit Cello, vertrackte jazzige Rock-Passagen mit Hammond-Orgel, gefühlsame Rock-Parts, bass-groovende Abschnitte, melodisch-griffige Passagen ebenso wie freakige Breaks, Guitar-Soli und Gimmicks sowie allerorts rundum überzeugende Vocals (sowohl verzerrt als auch "pur", von sanft bis aufschreiend). Besonders gelungen ist der konträre Mittelteil, während dem das aggressive "Fuck you" in das schon fast unverschämt harmonische "I'm sorry" übergeht... naja sagen wir übergeblendet wird. Das ist auch die einzig negative Begleiterscheinung: Die Songparts wirken zumindest an zwei Stellen eher wie aneinandergemischte Einzelsongs anstatt daß die 23 Minuten eine wirklich kompakte unzerteilbare Einheit bilden .. aber das stört nur am Rande.

Das Schlußtrack "The Edge" ist wieder ein durchwegs rockigere und abgedrehtere Prog-Nummer, die in punkto Rhythmik streckenweise an so manche DT-Nummer erinnert, mich jedoch im Ganzen nicht annähernd in dem Maße überzeugt, wie die drei vorangegangenen Tracks, obschon das Keyboard-Solo sowie die Akkord-Stakkati gegen Ende nicht von schlechten Eltern sind.

Fazit

Alles in allem sehr empfehlenswerte 7 Punkte für ein erstaunliches Prog-Rock-Debutalbum einer Band, die mit ihrem eigenständigen Stil frischen Wind in die Prog-Szene bringen wird ... da bin ich mir sicher.

english summary

#NUMBER# points the missing english summaries will be inserted until end the middle of october 1998 !

© 12/1997 Markus Weis / Die Ultimative Review Page - https://durp.cf2.de